Sirdal Huskyfarm ist ein Tourismusunternehmen mit einer fast 40-jährigen Geschichte, aber vor allem ist es ein Familienunternehmen mit einer Leidenschaft für die Natur Sirdals. Eine Geschichte über Wurzeln, die Freude am Vermitteln und den Mut zur Verwirklichung. Es war Odd Kvinen, der sein Unternehmen 1989 unter dem damaligen Namen Aktiv Villmark Opplevelse startete, das geführte Hundeschlittentouren, Packwandern sowie Jagd- und Angelausflüge anbot. Odds bessere Hälfte, Tone Kvinen, gründete den Erlebnishof Runtleneset Aktivitetsgård, der Teambuilding und Bewirtung auf dem heimischen Hof anbot. Im Jahr 2010 fusionierten diese beiden Unternehmen zu dem, was heute die Sirdal Huskyfarm ist, aber das Markenzeichen ist immer noch dasselbe und vielleicht wichtiger denn je – ihren Gästen echte Erlebnisse durch Geschichte, Menschen und Natur zu bieten. Die 34 Polarhunde der Rasse Alaska Husky sind natürlich das wichtigste Aushängeschild.

Im Hundegehege werden Sie von sehr zutraulichen und ausgeglichenen Hunden in einer natürlichen und gesunden Umgebung empfangen. Alle Hunde sind sozial und lieben es sehr, mit Menschen zusammen zu sein und gestreichelt zu werden. Sie leben im Freien im Hundegehege, jeweils zu zweit, wo ein großer eingezäunter Auslauf zu Spiel und Spaß für Vierbeiner und Besucher anregt. Sie haben eine große Motivation zum Laufen und Ziehen und erhalten das ganze Jahr über regelmäßige Bewegung im Gespann, im Winter mit dem Schlitten oder auf trockenem Boden mit Trainingswagen und Tretroller. Außerdem werden sie darauf trainiert, Packtaschen zu tragen und an der Leine zu gehen. Die Hunde haben einen starken Herdenglinstinkt und veranstalten tägliche “Heulkonzerte”, um den Zusammenhalt des Rudels aufzubauen und zu stärken.

Auf der Huskyfarm ist es ihnen ein Anliegen, ihren Gästen den Wert unberührter Natur zu vermitteln und die Geschichte zu erzählen – sowohl die des Familienbetriebs als auch die von Sirdal. Der Familienname Kvinen stammt von einem aufgelassenen und weglosem Bergbahnhof, wo die Familie ihre Wurzeln hat. Hier lebte «Großmutter» Gunhild Kvinen mehr als 50 Jahre lang, in einem Dasein, das heute völlig undenkbar wäre und als Knochenarbeit bezeichnet wird. Sie hingegen klagte nie, sondern war zufrieden und glücklich mit dem Leben in der Bergwelt. Sie hatte sich mit ihrem Platz in der Welt abgefunden und begegnete ihrem Schicksal mit Großzügigkeit. Dies steht in starkem Kontrast zur heutigen Gesellschaft mit unendlich vielen Wahlmöglichkeiten und Annehmlichkeiten. Dieses kulturelle Erbe möchten sie auf der Sirdal Huskyfarm weitergeben. Wenn man die Geschichte kennenlernt, kann man sich selbst besser verstehen.

Die Geschichte der Sirdal Huskyfarm ist die Geschichte dessen, den Mut zu haben, seinem Traum zu folgen, und es ist eine wahre Geschichte. Heute ist die zweite Generation an der Reihe, in einer Symbiose aus Landwirtschaft und Huskyfarm-Betrieb. Florian Sandfort (28) aus Deutschland kam 2013 für eine Wintersaison als Handler und Guide auf den Hof. Heute lebt er mit seiner Lebensgefährtin Frøydis Kvinen (29), der jüngsten auf dem Hof aufgewachsenen Tochter, zusammen und lebt seinen Traum mit Guiding, dem täglichen Betrieb und der Weiterentwicklung der Sirdal Huskyfarm. Die älteste Tochter Gunhild Kvinen (41) ist mit ihrer eigenen Familie niedergelassen und wird nach und nach den Landwirtschaftsbetrieb übernehmen. Pierre Werner (42), ebenfalls aus Deutschland, hat seinen Platz als Leiter des Huderudels und bei der täglichen Pflege der Vierbeiner gefunden.

Die Sirdal Huskyfarm konzentriert sich auf nachhaltigen Erlebnistourismus und arbeitet eng mit dem deutschen Naturschulprojekt Outdoor College zusammen. Dieses einzigartige Projekt bietet 32 deutschen Neuntklässlern die Möglichkeit, elf Monate Schulunterricht in Sirdal und hautnah in der Natur zu erleben. Täglich kommt eine Gruppe von Schülerinnen und Schülern auf den Hof, um zu helfen und etwas über Hundepflege und -training zu lernen. Zusätzlich zu ihrem gewohnten deutschen Schulplan lernen die Schüler Norwegisch und machen jeden Monat eine einwöchige Expeditionsreise. Der Höhepunkt ist, wenn die Hunde über die weißen Weiten losstürmen und man die Ruhe findet, die in der völligen Stille liegt, auf die man im Gebirge trifft. Mit Sirdals knapp 1800 Einwohnern, 4500 Hütten und 1500 Quadratkilometern gibt es genug Platz für alle.